Seit 115 Jahren besteht das Familienunternehmen in Worm-Wildnis nun schon. Die Nivelsteiner Sandwerke liefern den Rohstoff für die örtliche Glasscheibenherstellung, den feinen Quarzsand. Die reichhaltigen Sandvorkommen bewegten die Glasindustrie einst, nach Herzogenrath zu kommen. Eine Besuchergruppe des AWO-Ortsvereins Merkstein war zur Gast in dem Abbaugebiet, um mehr über die Sandgewinnung und die Photovoltaiktechnik zu erfahren.

Exkursionsteilnehmer vor dem weißen Sand. Im Hintergrund ein Solarfeld.

Das Abbaugebiet erstreckt sich über 3,6 Kilometer. An drei Stellen sind Photovoltaikanlagen errichtet. Sie alle zusammen genommen machen Merkstein zum größten Solarstandort in ganz Nordrhein-Westfalen. Dieser trägt den Namen Green Solar Herzogenrath GmbH. Zirka 115.000 Quadratmeter der ehemaligen Abbaufläche sind inzwischen mit PV-Anlagen bedeckt.

Der kommunale Energieversorger EWV und die Familie halten je 45 Prozent des Solarparkunternehmens. Die Stadt Herzogenrath ist mit 10 Prozent beteiligt. Bei angemessener Sonneneinstrahlung werden in den Nivelsteiner Sandwerken stündlich 15 Megawatt Strom erzeugt. Der Sandwerke-Besitzer Charles Russel bedauert, dass die Entwicklung der Speichertechnologie noch immer weit zurückhinkt.

 

115.000 Quadratmeter Photovoltaik, der größte Solarpark in NRW.

 

Bergbautechnisch orientierte Hochschulinstitute lassen sich in der Sandgrube nieder, um den Quarzsand zu analysieren. Fünf von feinem weißen Sand umgebene Baggerseen lassen das Grubengelände wie einen Badestrand erscheinen. Auf den Seen fühlen sich die Wildgänse wohl. Über 700 wurden von Naturschützern dort gezählt. Die Sandwerke beschäftigen 31 Mitarbeiter.

Auf dem Boden, den die Natur zurückgewonnen hat, werden, betreut von einem erfahrenen Schäfer, 89 Schafe einer französischen Rasse gehalten. Sie halten den Bewuchs kurz. Diese haben über 30 Lämmer. Weiterer Nachwuchs wird erwartet.

Auch für ein energetisches Projekt wie die Solaranlagen sind Ausgleichsmaßnahmen erforderlich. 750.000 Euro wurden in solche Wiedergutmachungen für den Eingriff in die Natur investiert.

 

Fünf reizvolle Baggerseen gibt es in den Abbaugebiet.

 

AWO-Vorsitzender Horst Herberg dankte Charles Russel für den Empfang der Gruppe und die vielfältigen Informationen durch Überreichung eines Buches zur ehemaligen Steinkohlenzeche Grube Adolf. „Schließlich war Merkstein schon vor der Nutzung Erneuerbarer ein Standort der Energiegewinnung“, erinnerte Herberg.