Es ist ein sehr stilles Jubiläum. Pandemiebedingt fällt auch diese große öffentliche Feier aus. Das markante Datum soll dennoch nicht untergehen. Im April 1981 nahm das Sozialzentrum Herzogenrath, wie es sich damals nannte, den Betrieb auf. Im Kreis der Bewohner war es dennoch möglich, das Fest im kleinen aber schönen Rahmen zu begehen. Mit Plakaten wird auf das 40jährige Bestehen öffentlich hingewiesen. 

Haupteingang des Seniorenzentrums in der Marie-Juchacz-Straße 4.

Modellcharakter

Heute heißt die stationäre Einrichtung an der Marie-Juchacz-Straße in Merkstein, die Modellcharakter hat, Walter-Heckmann AWO-Senioren- und Sozialzentrum Herzogenrath. Benannt nach dem im Alter von 66 Jahren 2009 verstorbenen Vorsitzenden der AWO-Gliederungen Bezirksverband Mittelrhein, Kreisverband Aachen-Land und seines Ortsvereins Dürwiß. Walter Heckmann war auch, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Gesellschaft für Altenhilfeeinrichtungen (GesA), einer Tochtergesellschaft der AWO Mittelrhein, in der ihre Senioreneinrichtungen zusammengefasst sind.

Zügig realisiert

Das damalige Seniorenzentrum war in der ehemaligen Gemeinde Merkstein ein lang gehegter Wunsch. Die  neue Stadt Herzogenrath nahm die Pläne konkret in Angriff. Der Stadtrat bildete unter der Leitung des SPD-Stadtverordneten Herbert Corinth einen Sonderausschuss, unter dessen Regie das Vorhaben zügig realisiert wurde.

Das „Zuhause für alte Menschen“ wurde von der Stadt Herzogenrath in dreijähriger Bauzeit errichtet und von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) übernommen, die heute  Eigentümerin ist. Gemeinsam  entwickelten Kommune und Wohlfahrtsverband eine fortschrittliche Konzeption für die Betreuung der Bewohner, die „Altenhilfe im Verbund“. Die Bürger des Stadtteils Merkstein identifizierten sich wegen der dort herrschenden angenehmen Atmosphäre mit dem Haus.

Eigenständiges Leben

Das damals noch bahnbrechende sozialpolitische Wollen bestand darin, ein Haus zu bauen, das alten Menschen einen festen Platz in der Gesellschaft gibt und ihnen den Rahmen für ein eigenständiges Leben sichert. Hierfür wurden die Pflegeheim-, die Altenheimplätze und die Altenwohnungen sowie Sondereinrichtungen  in einen engen konzeptionellen Verbund gestellt.

Plakativer Hinweis auf das Jubiläum.

Der AWO-Ortsverein Merkstein, der bis dahin seine Heimstatt am Buschhofer Weg hatte, zog um, übernahm den Seniorenclub, heute Begegnungsstätte genannt, die von der Römerstraße 209 aus zugänglich ist.

1996 übernahm Lothar Cecharowski von Lieselotte Hackelberg die Leitung der Einrichtung, die im letzten Jahr auf Petra Strömer überging. Unter der Moderation des Bürgermeisters Gerd Zimmermann gründete sich 2002 ein Förderverein. Dieser hilft, so der Vereinszweck, den Bewohnern bei der Alltagsbewältigung. Der Aufgabe kommt er mit erheblicher finanzieller Unterstützung nach. Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins ist bis heute Erwin Künkeler.

Haus Ritzerfeld

Im Jahr 2005 wurde das Haus Ritzerfeld hinzugebaut, das 60 Plätze umfasst. Das 2006 völlig durchsanierte ältere Gebäude Haus Merkstein verfügt über 103 Betten. Landesweit bekannt wurde die Einrichtung in Merkstein durch die Anpassung an das Drei-Welten-Konzept. Das in der Schweiz von Dr. Held entwickelte Modell  ist ein spezielles Angebot für demenziell Erkrankte. Seniorenwohnungen, in denen sich die Mieter selber versorgen, runden das Bild der Anlage ab, die im Grünen liegt. 

Das Walter-Heckmann AWO-Senioren-  und Sozialzentrum Herzogenrath ist in den vierzig Jahren seines Bestehens ein fester Bestandteil in der städtischen Seniorenversorgung geworden.

AWO-Leitbild

Die Einrichtungsleitung sieht gute Voraussetzungen, weiterhin den Vorgaben des Leitbildes der Arbeiterwohlfahrt gerecht zu werden, welches Bewohnerorientierung verspricht. Das bedeutet, so Petra Strömer: „Wir achten das Recht der Bewohnerinnen und Bewohner auf Selbstbestimmung, damit sie ihre Lebensqualität erhalten können und sich bei uns wohlfühlen.“

„Nach der Pandemie kommen bestimmt wieder Möglichkeiten, bei denen sich die Besucher der Festivitäten in der Einrichtung von dem angenehmen Klima überzeugen können“, so die Leiterin.