Die Verdienste der verstorbenen AWO-Freundin Maria Dünwald wurden durch einen Nachruf in der Aachener Zeitung / den Aachener Nachrichten am 28. Juli gewürdigt. Die Redakteurin Beatrix Oprée schreibt:

Maria Dünwald fühlte sich dem Gemeinwohl verpflichtet
Die frühere langjährige SPD-Stadtverordnete ist gestorben. Sie war bis zuletzt Aktivposten der örtlichen Arbeiterwohlfahrt und in der Seniorenarbeit.


Herzogenrath. Es gibt Menschen, die nachhaltig fehlen werden, wenn sie nicht mehr da sind. Maria Dünwald gehört zweifelsohne dazu. Die frühere langjährige SPD-Stadtverordnete und spätere Aktivistin in sozialen Belangen ist bereits am 17. Juli gestorben. Sie wurde 86 Jahre alt. Bis ins hohe Alter brachte sich die pensionierte Lehrerin ein, leistete, wie sie im Gespräch mit unserer Zeitung anlässlich ihres 80. Geburtstags sagte, „im weitesten Sinne parteiunabhängig gesellschaftspolitische Arbeit“.15 Jahre hatte sie im Stadtrat gewirkt, umweltpolitischen Belangen gehörte dabei ein Hauptaugenmerk. Als einen ihrer größten Erfolge schilderte sie den Kampf gegen die Begradigung der Wurm, die der seinerzeitge Wasserverband Obere Wurm in den 1980er Jahren für den Bereich Finkenrath vorgesehen hatte. Dass die Wurm dort weiterhin in ihrem natürlichen Bett mäandert, ist auch ihrem nachdrücklichen Engagement mit zu verdanken. Vorausschauendes politisches Wirken, dem heute mit Blick auf den Klimawandel besondere Bedeutung zukommt.

"So wird man sie in Erinnerung behalten: Maria Dünwald, hier aufgenommen in ihrem Garten ihres Hauses an der Magerauer Straße", schreibt die Redakteurin Beatrix Oprée unter dem Foto, das sie vor sechs Jahren gemacht hat.

In dem Nachruf der Tageszeitungen Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten vom 28. Juli 2022 heißt es weiter:

 

Doch Maria Dünwald war niemand, der sich für Einsatz und Erfolge groß herausgestellt hätte. Vielmehr fühlte sich die gebürtige Eifelerin, die letztlich übers Lehramt an der

Hauptschule nach Herzogenrath kam, stets der Sache und dem Gemeinwohl verpflichtet. Ein Bewusstsein zu schaffen auch für eine seniorengerechte Zukunft, vor allem in der

Stadtentwicklung, war ihr großes Anliegen. Ihr Credo: „Durch Barrierefreiheit schafft man letztlich auch familienfreundliche Städte.“ Und ihr Appell im Sinne eines dringend notwendigen generationsübergreifenden Miteinanders: „Jeder in der Gesellschaft ist gefragt, sich gemäß seiner Fähigkeiten und zeitlichen Möglichkeiten einzubringen.“ Vor allem durch ihre Arbeit bei der AWO habe sie erfahren, wie dankbar vor allem ältere Menschen für Zuwendung und Unterstützung im Alltag sind. „Deshalb ist es mein fester Vorsatz“, so konstatierte sie einmal in einem weiteren Interview mit unserer Zeitung, „solange ich gesund bin, alles zu tun, um die Gemeinschaft zu fördern.“

Maria Dünwald engagierte sich bis zum vergangenen Jahr im Seniorenbeirat der Stadt Herzogenrath und war Mitgründerin der Senioreninfobörse „Rose“, die unter anderem regelmäßig Sprechstunden im Rathaus anbietet. Mit begründet und mit großem Engagement geleitet hat sie auch das Netzwerk der Seniorenverbände „Senioren ohne Grenzen“ (SoG). „Leider mussten wir es im vergangenen Jahr auflösen, da sich keine Nachfolge für den Vorsitz fand“, berichtet Dünwalds langjähriger Lebensgefährte Horst Herberg. „Sie selbst war nicht mehr beweglich genug, um diese Arbeit weiter zu leisten. Das war schade, weil SoG in Zusammenarbeit mit offiziellen Stellen qualifizierte Fachveranstaltungen zu sozialpolitischen Themen veranstaltete.“

Zudem zeichnete Maria Dünwald viele Jahre für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der örtlichen SPD sowie der AWO verantwortlich, in deren Auftrag sie überdies lange Zeit zweimal wöchentlich Förderunterricht für Grundschulkinder gab. Eine ehrenamtliche Aufgabe, der sie mit Herzblut nachgekommen ist und die durch die Coronaschutzverordnung schließlich jäh unterbrochen wurde. Als die Pandemie-Lage den Unterricht rund zwei Jahre später wieder zugelassen hätte, habe sie ihn wegen körperlicher Gebrechen nicht mehr aufnehmen können, „was ihr sehr wehgetan hat“, wie Herberg es schildert.


Kompetente Ansprechpartnerin


Auch ins seinerzeitige AWO-Quartiersprojekt „Mitten in Merkstein“ war sie als nachbarschaftliche Ansprechpartnerin eingebunden gewesen. Aus dem Projekt ist heute das Stadtteilbüro geworden, das dem Koordinationsbüro „Rund ums Alter“ der Stadtverwaltung angegliedert ist. Überdies brachte Maria Dünwald sich ein bei der Unterstützung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge, denen sie mit großer Freude Deutschunterricht  erteilte. Mit ihrem Lebensgefährten Horst Herberg teilte sie ihr Hobby, das Wandern. Von dem letztlich auch der AWO-Ortsverein Merkstein wiederum profitierte, durch stets minutiös ausgearbeitete Wandertouren. Maria Dünwald wurde für ihren großen Einsatz unter anderem mit dem Verdienstordender Bundesrepublik Deutschland am Bande ausgezeichnet.


Die Trauerfeier für Maria Dünwald mit anschließender Urnenbeisetzung ist am Freitag, 5. August, 9 Uhr, in der Trauerhalle des Friedhofs Plitschard.